Die Idee – Projektkonzept

Mit dem Projekt „Exodus – Ein Bildungsliverollenspiel“ analysieren wir die Fernsehserie „Battlestar Galactica“ in der Neuinterpretation von 2003 in ihrer Erzählstruktur, arbeiten gesellschaftlich relevante Themen – insbesondere Analogien in den westlichen Gesellschaften nach dem 11. September 2001 bis heute- heraus und setzen diese in Form eines politischen Bildungs-Liverollenspiels um.

Liverollenspiel (Live Action Roleplay – LARP) ist eine innovative und hochinteraktive Form des Darstellenden Spiels, bei dem es keine ZuschauerInnen gibt. Die TeilnehmerInnen werden Teil der Geschichte und beeinflussen durch ihre Handlungen und die Darstellung ihrer Rollen den Ablauf des Geschehens und kreieren auf diese Weise ihre eigene Geschichte. Jeder und jede Einzelne wird so zum Zeuge der Darstellung der anderen Teilnehmenden und selbst zum Darstellenden. In diesen Spielen geht es deshalb nicht um das Gewinnen, sondern um das gemeinsame Erschaffen einer für alle Teilnehmenden ansprechenden Erzählung, in der sie eigene Selbstwirksamkeit erfahren. In einigen dieser Spiele ist „play to lose” – das „Spielen um zu verlieren“ eine vereinbarte Regel. Auf diese Art werden Erlebniswelten geschaffen in denen sich die TeilnehmerInnen ausprobieren und mit ihren Rollen experimentieren können.

Durch das Entdecken verborgener oder unterdrückter Persönlichkeitsanteile und das Ausprobieren deren gesellschaftlicher Akzeptanz in einem sicheren Setting wird die eigene Persönlichkeit entwickelt und so nachhaltig neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe eröffnet. Da diese Arten der Spiele keine ZuschauerInnen haben, können eigene Emotionen tiefer ausgelotet werden und auch jene TeilnehmerInnen erreicht werden, die zu große Scheu vor einem öffentlichen Auftritt haben und deshalb klassische Theaterformen meiden würden. Dies macht die Methoden des Liverollenspiels zu einem wirkungsvollen Baustein im Spektrum der politischen Bildungsarbeit.

In unserem Projekt geht es darum moderne Fernsehserien und ihre Erzählstruktur zu analysieren, gesellschaftlich relevante Themen herauszuarbeiten und diese als Grundlage politischer Bildungsarbeit zu verwerten. In der Erarbeitung als Liverollenspiels, mit dem Ziel eine höchst emotionale Erlebniswelt zu schaffen, wird die Ästhetik der filmischen Umsetzung mit den Interaktions- und Kommunikationsstrukturen des Liverollenspiels verknüpft. Als Beispiel wird uns die Fernsehserie „Battlestar Galactica“ in der Neuinterpretation (2003-2009) dienen, da sie einen Hauptschwerpunkt auf die Zeichnung der Charaktere und gesellschaftlicher Probleme legt. „Im Mittelpunkt steht die durch die komplexe Interaktion der Hauptfiguren vorangetriebene Handlung“ (vgl. Wikipedia Eintrag „Battlestar Galactica“). Die klaustrophobische Atmosphäre in einem Raumschiff auf der Flucht vor den selbsterschaffenen Maschinenkreaturen unterstützt die Umsetzung. Durch die gute (internationale) Vernetzung des basa e.V. kann auf die Erfahrungen aus dem ambitionierten Fanprojekt „Monitor Celestra“ im März 2013 in Schweden zurückgegriffen werden.

Zusätzlich wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und speziell im Hinblick auf die medial bzw. technisch vermittelte Kommunikation zwischen Spieler und Softwareanwendungen, die speziell für das Spiel entwickelt werden, evaluiert